Betriebliche Altersvorsorge: Ungenutztes Potenzial in vielen mittelständischen Unternehmen
Die betriebliche Altersvorsorge, ein wichtiges Mittel für die Attraktivität von Unternehmen zum Zwecke der Entgeltoptimierung, birgt manch ungenutztes Einsparpotenzial, eine Umfrage im Sommer 2011 herausgefunden hat. Das liegt nicht am Wollen von Mitarbeitern und Management – häufig müssten einfach bestehende Verträge überprüft und auch angepasst werden.
Mangelnde Effizienzkontrolle
Nahezu alle Mitarbeiter großer und kleiner Unternehmen legen größten Wert auf die betriebliche Altersvorsorge; sie betrachten diese als sehr wesentlichen Teil ihrer Rentenplanung. Die Umfrage fand heraus, dass das Personalmanagement, zuständig für die betriebliche Altersvorsorge, in vielen mittelständischen Unternehmen das Einsparpotenzial der entsprechenden Verträge nicht
genau kennt. Man weiß zwar prinzipiell genug über die betriebliche Altersvorsorge; sie wird auch regelmäßig und flächendeckend angeboten.
Dass die Verträge jedoch effizienter gestaltet werden können, ist entweder nicht bekannt oder wird nicht oft genug überprüft. Immerhin 62 % der Personalentscheider kümmern sich nicht regelmäßig darum. Damit wird in den Unternehmen Geld verschenkt, denn das Einsparpotenzial ist oftmals sehr hoch.
Steuervorteile für die betriebliche Altersvorsorge nutzen
Bestimmte Vergütungsbestandteile können schon immer für die betriebliche Altersvorsorge in den Firmen genutzt werden, der Staat fördert diese steuerlich. Der Klassiker sind hierbei die vermögenswirksamen Leistungen – hier ergeben sich durch die entsprechende Gestaltung der Verträge auch Einsparungen bei den Sozialabgaben.
Diese Regelungen sind noch nicht alt, sie wurden erst vor einigen Jahren eingeführt und sind möglicherweise deshalb noch nicht vollends in den Unternehmen angekommen. Ebenso ergibt sich Einsparpotenzial, wenn die betriebliche Altersvorsorge flexibel gestaltet wird, etwa bei Sonder- und Bonuszahlungen.
Viele mittelständische Betriebe bleiben jedoch bei einmal beschlossenen, starren Lösungen, was Gefahren birgt: Denn der unternehmerische Erfolg über die Mitarbeitermotivation hängt auch von den angebotenen Vorsorgemodellen innerhalb einer Firma ab. Widersprüchlich erscheint, dass die Personaler das durchaus richtig einschätzen, nur wird zu selten gehandelt. Das macht Mitarbeiter teilweise unzufrieden, wie sich in Befragungen deutlich ermitteln lässt. Hier verschenken Unternehmen einen möglichen
Wettbewerbsvorteil.
Allerdings ist es zum Gegensteuern nie zu spät: Auch bestehende Verträge können im Nachhinein angepasst werden! Die Deutsche Gesellschaft für betriebliche Altersversorgung unterstützt Arbeitgeber dabei.

